Kometenjagende europäische Raumsonde erspäht eisiges Ziel (Fotos)

Rosetta

Die Narrow Angle Camera OSIRIS an Bord der Rosetta-Sonde der ESA hat dieses Bild am 21. März 2014 aufgenommen, das den Kometen 67P/Churymov-Gerasimenko im Sternbild Ophiuchus zeigt. (Bildnachweis: ESA)



Die kometenjagende Raumsonde Rosetta der Europäischen Weltraumorganisation ESA öffnete im Januar nach einer 10-jährigen Reise durch das Sonnensystem und einem langen Winterschlaf im Weltraum ihre Augen. Zum ersten Mal seit dem Weckruf erspähte Rosetta sein Ziel.



Die ESA veröffentlichte am Donnerstag (27. März) Bilder, die Rosettas Blick auf ihr Ziel, den Kometen 67P/Churyumov-Gerasimenko, zeigen.

Die „First Light“-Bilder wurden am 20. und 21. März von der OSIRIS-Weitwinkelkamera und der Schmalwinkelkamera an Bord von Rosetta aus einer Entfernung von mehr als 5 Millionen Kilometern vom Kometen aufgenommen. [ Fotos: Europas Kometenmission Rosetta in Bildern ]



'Nach einer 10-jährigen Reise durch den Weltraum endlich unser Ziel zu sehen, ist ein unglaubliches Gefühl', sagte Holger Sierks, der OSIRIS-Hauptforscher vom Max-Planck-Institut für Sonnensystemforschung in Deutschland, in einer Erklärung. 'Diese ersten Bilder, die aus so großer Entfernung aufgenommen wurden, zeigen uns, dass OSIRIS für das bevorstehende Abenteuer bereit ist.'

Das Licht des weit entfernten, 4 km breiten Kometen füllt nicht einmal ein einziges Pixel aus. Um das Bild zu erstellen, mussten die Forscher eine Serie von 60 bis 300 Sekunden langen Belichtungen erhalten. Es dauerte 37 Minuten, bis jedes Bild die Erde erreichte, und etwa eine Stunde, um jedes Bild herunterzuladen, sagten ESA-Beamte.

Die Fotos sind nicht die ersten, die die Raumsonde Rosetta von ihrem Kometen gemacht hat. Das Ziel erscheint als einzelner Lichtpunkt in Bildern, die 2011 aus einer Entfernung von etwa 101 Millionen Meilen (163 Millionen km) aufgenommen wurden.



Dieses Bild des Kometen 67P/Churymov-Gerasimenko wurde am 20. März 2014 mit der OSIRIS-Weitwinkelkamera an Bord von Rosetta aufgenommen. Es zeigt ein weites Feld, das 25-mal größer ist als der Durchmesser des Vollmonds.

Dieses Bild des Kometen 67P/Churymov-Gerasimenko wurde am 20. März 2014 mit der OSIRIS-Weitwinkelkamera an Bord von Rosetta aufgenommen. Es zeigt ein weites Feld, das 25-mal größer ist als der Durchmesser des Vollmonds.(Bildnachweis: ESA)

Rosettas Sicht wird nur besser, wenn sie sich dem Kometen nähert, da diese Animation von ESA-Shows. Die solarbetriebene Sonde ist auf dem besten Weg, im August in die Umlaufbahn um den eisigen Körper einzudringen. Bis dahin sollte Rosetta eine 2-Meter-Ansicht von 67P/Churyumov-Gerasimenko pro Pixel haben, komplett mit Oberflächenmerkmalen.



Ein robotischer Lander namens Philae, der auf Rosetta huckepack fährt, soll lande auf dem kometen im November. Sich mit Harpune und Eisschrauben sichernd, wird Philae mit seinen 10 wissenschaftlichen Instrumenten Proben bohren und Experimente durchführen, während Rosetta von oben zuschaut. Wenn alles nach Plan verläuft, werden Rosetta und Philae ihre Beobachtungen bis Dezember 2015 fortsetzen.

Rosettas Reise war lang und kurvenreich. Die 1,4-Milliarden-Dollar-Mission startete im März 2004 und absolvierte vier geschwindigkeitssteigernde planetarische Vorbeiflüge, drei an der Erde und einen am Mars, und flog an zwei Asteroiden vorbei, bevor sie im Juni 2011 in den Winterschlaf wechselte. Zu diesem Zeitpunkt näherte sich Rosetta der Umlaufbahn des Jupiter, die kälteste und am weitesten entfernte Etappe ihrer Reise um die Sonne. Rosetta erwachte am 20. Januar, fast 673 Millionen Kilometer von der Sonne entfernt.

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